Buchvorstellung - Die Geschichte der Bienen - Kurzmeinung


#21 Blitzgedanke - Kurzmeinung



 

Die Geschichte der Biene

Maja Lunde

Gelesen von: Bibiana Beglau, Markus Fennert, Thomas M. Meinhardt
Hörbuch-Download
Spieldauer: 12 Stunden 52 Minuten
Version: Ungekürzte Ausgabe 
Verlag: Der Hörverlag
Erscheinungsdatum: 20. März 2017
Sprache: Deutsch

4 von 5 Sternen 

copyright Random House / Der Hörverlag



Kurzbeschreibung:

Von Bienen und Menschen

England, 1852: William, Biologe, Samenhändler und Vater von acht Kindern, verlässt seit Wochen das Bett nicht. Das Geschäft liegt brach. Doch eine Idee könnte alles verändern: ein völlig neuartiger Bienenstock.

Ohio, 2007: Der Imker George arbeitet hart für seinen Traum. Der Hof soll größer werden, sein Sohn Tom eines Tages übernehmen. Der aber träumt vom Journalismus. Plötzlich geschieht das Unglaubliche: Die Bienen verschwinden.

China, 2098: Die Arbeiterin Tao bestäubt von Hand Bäume, denn Bienen gibt es längst nicht mehr. Mehr als alles andere wünscht sie sich ein besseres Leben für ihren Sohn. Doch dann steht alles auf dem Spiel: das Leben ihres Kindes und die Zukunft der Menschheit.

Ein hellsichtiger Roman darüber, wie alles mit allem zusammenhängt: Verlust und Hoffnung, das Schicksal der Generationen, die Geschichte der Bienen und die Geschichte der Menschen.
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Blitzgedanken:
  • Genre: Dystopischer Roman; Belletristik; Gegenwartsliteratur
  • Handlung: Drei Handlungsstränge werden erst nebeneinander geführt, die sich zum Ende hin verknüpfen und die drei Zeitebenen über die Geschichte der Bienen abrunden. Der Leser / Hörer erfährt, wie in einer möglichen Zukunft ein Leben ohne Bienen vonstatten geht, denn 2098 gibt es keinen Bienen mehr. Menschen versuchen die Arbeit der Bienen zu übernehmen und machen das mehr schlecht als recht. Es ist eine der wichtigsten Arbeiten in dieser Welt und China hat die Nase vorn, da sie schon immer durch Zwang, Drill und Unterwerfung gehorsame und ergebene Bürger "ausgebildet" haben. Im Rahmen dieser Geschichte wird man auch in den Bau des Bienenstocks eingeführt, der Imkern die Sensation offenbarte ihre Bienen bei sich zu beheimaten, Honig von ihnen zu ernten ohne den Stock zu zerstören, das Leben der Bienen im Stock zu betrachten und sie auch damit an andere Orte zur Bestäubung transportieren zu können. Über alle dem steht ein seltsames Ereignis, das Wei-Wen, dem Sohn der chinesischen Arbeiterin Tao, widerfährt. Dieses Ereignis verbindet Anfang und Ende der Geschichte. 
  • Protagonisten: Tao, ihr Ehemann und ihr Sohn Wei-Wen. Sie führen den dystopischen Strang an und sind sehr gut ausgearbeitet. Ihr Handeln ist nachvollziebar dargestellt. Es ist eindeutig herauszulesen, dass sich die Autorn intensiv mit asiatischer / chinesischer Kultur und zwischenmenschlichen Beziehungen auseinandergesetzt hat. Aus heutiger Sicht, haben George, Seine Frau und sein Sohn Tom die Hauptrollen des Handlungsstrags der nahen Vergangenheit. Imker George versucht im Jahre 2007 seinen Hof zu vergrößern und zu expandieren. Er fährt seine Bienenstöcke quer durch die USA und lässt sie dort Blüten bestäuben. Doch dann verschwinden die Bienen nach und nach. Immer wieder entdeckt er Beuten, die nur noch die Königin und ein paar frisch geschlüpfte Arbeiterinnen beherbergen. Der restliche und wichtige Bienenstaat fehlt. Zudem haben George und Tom ein bekanntes Problem: der Sohn will nicht in die Fußstapfen des Vaters treten. Dieser Konflikt spitzt sich ziemlich zu. Durch schöne und aufschlussreiche Dialoge lernt man die Protagonisten kennen und interessiert sich sehr gerne für ihre Geschichte und die Hintergründe des Konflikts. Als letztes bleibt noch der Biologe William. Obwohl er mir zu Beginn seiner Geschichte wenig bis gar nicht sympathisch war, konnte mich die Zeichnung seines Charakters aber dann doch für sich einnehmen. Er ist gefangen in den Vorstellungen seiner Zeit, dass nur ein Sohn wichtig ist und nur dieser die Gedanken und Wünsche seines Vaters zu schätzen weiß. Doch leider ist er mit einem Taugenichts und Hallodri als Sohn geschlagen. Lange will er es einfach nicht wahrhaben und verschließt die Augen vor der Wahrheit. Dabei ist seine älteste Tochter Charlet genau das Kind, das er sich so sehr wünscht
  • Spannung: An mehreren Punkten ist dieser Roman sehr spannend! Er beginnt mit der größten spannenden Frage überhaupt: Was ist mit Wei-Wen passiert und warum ist dieses Ereignis so wichtig? Maja Lunde hat ihre Geschichte so interessant aufgeteilt, dass man sich stückchenweise der Verbindung der Handlungsstränge nähert, aber erst zum Schluss das ganze überblickt. 
  • Stichworte: Bienen; Umwelt; Zukunft der Menschheit
  • Hörbuch: Ein Buch, das man gut hören kann, vielleicht aber doch besser liest. Leider war ich mit der Sprecherin von Tao, Bibiana Beglau, gar nicht zufrieden. Ihre manchmal extreme Betonung und Sprechart lag mir überhaupt nicht. Immer wenn sie sprach, störte das meinen Hörfluss und mein Hörgefühl. Sie konnte sich anscheinend auch nicht so richtig mit dem Namen Wei-Wen anfreunden, da sie ihn immer etwas bedeutungsschwanger ausprach. Ab und zu hätte ich auch gerne zurückgeblättert und die eine oder andere Passage nachgelesen, um die genaue Verbindung der drei Handlungsstränge nochmals zu verinnerlichen. Bei einem Hörbuch ist das nicht möglich.
  • Ende: Irgendwann war mir klar, worauf das Ganze hinausläuft. Deshalb war das Ende nicht ganz so spektakulär wie erwartet, aber dennoch passend und rund.
  • Fazit: Eine schöne und auch wichtige Geschichte über den Nutzen und die Bedeutung der Bienen. Eine interessante Sicht auf eine nicht nachahmenswerte Zukunft der Menschheit. Ein Buch, das mit dem Finger in die Wunde piekst, die wir ganz bald haben könnten, wenn wir uns nicht intensiver mit der Umwelt, der Ökologie und der Verbindung und Ausbeutung von Tieren durch Menschen annehmen.





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