AutorenINTERVIEW - Anne Jacobs

#3 Autoreninterview


Anne Jacobs


Liebe Anne,

ich freue mich sehr, dass ich Dich in meine neue Rubrik "Autoren-Interview" mit aufnehmen darf. Herzlich Willkommen in MonerlS bunte Welt!

Passend zum Zeitpunkt unseres Interviews hat Deine "Tuchvilla"-Trilogie die Spiegel-Bestsellerliste erobert. Herzlichen Glückwunsch!

Ich bin ein großer Fan von Familiengeschichten und verschlinge sie regelrecht. Als Liebhaber von Familiengeschichten kommt man an Deinen Büchern zur Zeit nicht vorbei.




 

Was oder wer hat Dich zu dieser Saga inspiriert? 
Anne: 
Ich habe vor Jahren mit großer Begeisterung das Buch „Gestern war Heute“ von Ingeborg Drewitz gelesen. Deshalb fand ich den Vorschlag meines Agenten, doch mal eine Familiensaga zu entwickeln, sehr verlockend. Und so habe ich mich an die Arbeit gemacht und ein Exposé geschrieben.


Du widmest Dich in den Büchern, wie auch dem Titel zu entnehmen ist, der Tuchherstellung. Hast Du einen bestimmten Bezug dazu oder wie kam es zu diesem Schwerpunkt? Wie intensiv war die Recherche dazu?
Anne:
Ursprünglich wollte ich die Romantrilogie einmal nach Kassel verlegen, wo mein Großvater einmal eine Fabrik besaß. Dort ist jedoch hauptsächlich Schwerindustrie, was mir nicht gefiel. Mit Stoffen und ihrer Herstellung kann ich sehr viel mehr anfangen. Recherchiert habe ich eine ganze Weile, sowohl zum Thema „Stoffe und Textilien“ als auch über die Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. In meinem Bücherregal gibt es dazu meterweise Bücher und Mappen mit Auszügen aus dem Internet ...




Alle drei Bücher sind in einer bestimmten Zeit der Geschichte verortet. Wie groß war der Aufwand sich da einzulesen und die Rahmenbedingungen für die jeweilige Epoche zu schaffen?
Anne:
Da ich schon etliche Historische Romane verfasst habe, fällt es mir inzwischen leichter, die nötigen Unterlagen zu beschaffen und das was ich benötige herauszulesen. Trotzdem ist es immer viel Arbeit, die mir allerdings Freude macht. Manchmal, wenn ich mich in einer Epoche festgelesen habe, muss ich mich regelrecht dazu zwingen, zu meinem geplanten Roman zurück zu kehren. Weil es natürlich immer noch offene Fragen und interessante Werke dazu gibt ...





Du wohnst in Idstein, einer wunderschönen Kleinstadt mit einem traumhaften Zentrum und viel Fachwerk. Ich habe selbst einige Jahre im Nachbarort gewohnt und habe deshalb einmal eine besondere Stadtführung in Idstein besucht. Warum spielt "Die Tuchvilla" in Augsburg und nicht in Idstein? Gibt es etwas Besonderes, das Dich mit Augsburg verbindet?
Anne:
Natürlich mag ich meine Heimatstadt Idstein sehr – ich habe früher Stadtführungen gemacht und kenne daher auch die Idsteiner Geschichte. Aber zum Handlungsort der „Tuchvilla“ benötigte ich eine Stadt, in der die Textilindustrie eine wichtige Rolle gespielt hat. Es gibt davon etliche in Deutschland, ich habe mich dann für Augsburg entschieden, weil ich dort schon mehrfach gewesen bin und es eine sehr schöne Stadt ist.




Mit Deinen Figuren hast Du verschiedene Charaktere geschaffen. Welche Protagonistin und welcher Protagonist sind Deine Favoriten? Sind sie ganz frei erfunden oder eine Mischung aus Menschen, die Dir nahe stehen oder die Du gut kennst?
Anne:
Ich habe zwei Lieblingsfiguren, das sind Kitty und Humbert. Es liegt daran, dass beide ungewöhnliche Typen sind und es gerade deshalb so viel Spaß macht, sie in meiner Geschichte agieren zu lassen. Meine Figuren sind immer von lebenden Personen inspiriert, aber niemals Kopien sondern eher Mischungen, Fortentwicklungen.




Welcher männliche Charakter fiel Dir am schwierigsten zu schreiben? Warum war das so?
Anne:
Das war der Hausdiener Julius. Als Nachfolger von Humbert musste er einfach gegen ihn abfallen, daher ist er auch ein etwas seltsamer und nicht immer sympathischer Bursche geworden.




"Die Tuchvilla" ist ja eine Trilogie. Was fiel Dir leichter zu schreiben: Den ersten Band oder die nachfolgenden Bände?
Anne:
Als ich den ersten Band schrieb, war noch nicht sicher, ob weitere Bände folgen würden. Den zweiten Band schrieb ich vor allem, weil es dort um den Ersten Weltkrieg geht, ein Jahrhundertereignis, das mich sehr beschäftigt hat. Eigentlich fand ich es am Schwierigsten, den dritten Band zu verfassen, weil ich da zu einem – wenn auch unvollständigen – Abschluss der Saga gelangen musste.




Deine Fans sind sicherlich gespannt und neugierig zu wissen, ob Du bereits wieder an einem neuen Roman oder an einer neuen Reihe schreibst. Darfst Du uns dazu etwas sagen?
Anne:
Momentan arbeite ich tatsächlich wieder an einer neuen Familiengeschichte. Sie wird allerdings ganz anders erzählt und spielt in Mecklenburg-Vorpommern. Mehr darf ich noch nicht verraten.





Deine Tuchvilla-Trilogie ist eine historische Familengeschichte. Wird -Anne Jacobs- diesem Genre treu bleiben? Was reizt Dich an historischen Romanen?
Anne:
Ich schreibe gern Historische Romane, weil ich mich immer für Geschichte interessiert habe. Das heißt aber nicht, dass ich ausschließlich historisch schreibe. Ich habe mehrere zeitgenössische Romane geschrieben, Theaterstücke und Drehbücher, viele Kurzgeschichten und Krimis verfasst. Die Faszination des Schreibens besteht ja auch darin, dass man sich wandeln und immer wieder eine andere Seite seines Wesens zeigen darf.




-Anne Jacobs- ist ein Pseudonym. Hast Du noch weitere Pseudonyme, unter denen Du aktiv schreibst und die mit Dir in Verbindung gebracht werden dürfen?
Anne:
Habe ich. Darf ich aber nicht verraten, weil es geschlossene Pseudonyme sind.



Zum Abschluss möchte ich wissen, welches Dein Lieblingsbuch ist und warum?!  Die meisten, vielleicht auch Du, haben mehrere Lieblingsbücher und können sich kaum entscheiden. Was ich absolut verstehen kann! Aber, gibt es eines, das, evtl. auch nur zur Zeit, einen kleinen Ticken die Nase vorn vor allen anderen Lieblingsbüchern hat?
Anne:
Natürlich habe auch ich viele Lieblingsbücher. Ich lese sehr viel, bin oft auch enttäuscht und lege ein Buch wieder zur Seite, das mir zuerst vielversprechend erschien. Aber es gibt immer wieder Highlights, Bücher, bei denen man sich wahnsinnig darauf freut, weiterlesen zu dürfen und dann ganz traurig ist, wenn man sie durch hat. Das waren in letzter Zeit „Altes Land“ von Dörte Hansen, „Liebe auf drei Pfoten“ von Fiona Blum und vor allem „Anton hat kein Glück“ von Lars Vasa Johansson. Ich liebe seinen skurrilen Humor und seine phantasievollen Erfindungen.




Liebe Anne,
herzlichen Dank, dass Du dir die Zeit genommen hast, mich in meiner bunten Welt zu besuchen und sie dadurch noch etwas bunter gemacht hast! Es war mir eine große Freude mich mit Dir auszutauschen. Ich bin sehr gespannt, mit welchen Büchern Du uns Leser weiterhin erfreuen wirst und ich wünsche dir noch sehr viele Bücher auf den Bestsellerlisten!

Alles Gute und viel Erfolg,

wünscht das Monerl


Wer jetzt noch mehr über Anne Jacobs wissen möchte, kann gerne auf die Autorenseite wechseln und dort ein bisschen schauen.



Kommentare

  1. Hey :)

    Ich lese zwar gewöhnlich nicht so oft Autoreninterviews, aber das hier hat mir wirklich gut gefallen :). Ich will gar nicht wissen, wie viel Arbeit da dahintersteckt, bis so ein Artikel online gehen kann ...

    Liebe Grüße
    Ascari

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  2. Liebe Ascari,

    ich freue mich sehr, dass du dir meine Interviews durchliest und dass ich mit meiner Autorenwahl hin und wieder dein Interesse wecken kann! So soll es sein. :-)

    Ja, es steckt schon viel Arbeit dahinter, da man sich einige Gedanken zu den Fragen machen muss. Es soll ja kein 08/15 Interview werden, soll an den Autor angepasst sein, die Leser interessieren und Neues hervorbringen. Aber ich habe großen Spaß daran und hoffe, dass ich euch noch viele spannende Autoreninterviews vorstellen darf.

    Ganz liebe Grüße, monerl

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