Buchvorstellung - Ich bin der Herr deiner Angst

#127 Rezension

Ich bin der Herr deiner Angst

Stephan M. Rother

 


Gelesen von: Tanja Geke und Simon Jäger



Spieldauer: 18 Stunden 13 Minuten
Format: Download
Version: Ungekürzte Ausgabe 
Verlag: Argon Verlag
Erscheinugsdatum Audible: 26. April 2012
Sprache: Deutsch
4 von 5 Sternen


copyright Argon Verlag



Buchbeschreibung:

Ein in jeder Hinsicht verstörender Mord führt die Ermittler Jörg Albrecht und Hannah Friedrichs ins Hamburger Rotlichtviertel: Das Opfer war ein Kollege, und es wird nicht das letzte sein. Die Taten nehmen an Grausamkeit zu. Und alle haben sie mit den dunkelsten Geheimnissen der Opfer zu tun, ihrer größten Angst. Irgendwann keimt in Albrecht eine Erinnerung: Der Traumfänger-Fall. Seit dreißig Jahren schlummert er in den Akten. Seit dreißig Jahren sitzt der Täter in der Psychiatrie. Wie es scheint, hat der Alptraum gerade erst begonnen...
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Nach langer Zeit hatte ich wieder Lust auf einen Krimi / Thriller. Dieses Genre ist bei mir etwas in den Hintergrund gerückt, weil ich mit jeder weiteren Geschichte langsam das Gefühl bekam, dass mich kein Krimi / Thriller mehr so richtig überraschen und überzeugen konnte. Somit war es Zeit für eine Pause. Und diese Pause hatte mir gut getan!

Da auch ich ab und zu SuB- / RuB-Leichen erlöse, war mir diesmal klar, welches Buch aus dem Bereich Krimi / Thriller ich mir zu Gemüte führen werde. 

Der erste Teil der Ermittler Jörg Albrecht und Hannah Friedrichs - Reihe hörte sich nach einer vielversprechenden Geschichte in Hamburg an. Und da ich Simon Jäger und Tanja Geke sehr gerne beim Erzählen zuhöre, freute ich mich auf das Hörbuch.

Ich wurde nicht enttäuscht. Der Autor Stephan M. Rother hat mit seinem Debütroman eine wirklich spannende, psychologisch tiefe und auch brutale Geschichte geschrieben. Die Morde an den Opfern sind doch sehr extrem. Hin und wieder musste ich schwer schlucken, wie grausam der Mörder vorgegangen war. 

Aus zwei Perspektiven nimmt der Leser / Hörer an der Ermittlung teil. Tanja Geke übernahm die Sicht von Ermittlerin Hannah Friederichs und Simon Jäger die ihres Vorgesetzten Jörg Albrecht. Beide Ermittler arbeiten schon eine Weile zusammen und kennen sich recht gut. Auch der Blickwinkel des Täters wird ab und zu eingeflochten und stiftet Verwirrung.

Die Erzählweise des Buches ist eher eine langsame. Der Autor lässt immer wieder Passagen aus der Vergangenheit einfließen, durch die man als Leser / Hörer Jörg und Hannah besser kennenlernen kann. Jörg Albrechts ist geschieden, hat eine Tochter, Hannah Friedrichs ist verheiratet, kinderlos und beide sind privat nicht so richtig glücklich. Doch Hannahs private Situation hatte sie während der Ermittlungsarbeit fast in große Schwierigkeiten gebracht. Nur durch mehr Glück als Verstand, bleibt ihr ein Verhängnis erspart.

Lange Zeit tappte ich im Dunkeln, wer der Täter sein könnte, obwohl alles irgendwie doch offenlag. Ich tappte in die gleiche Falle wie Hauptkommissar Jörg Albrechts! Es ist eben so eine Sache mit der Wahrnehmung...

Als es dann zum Showdown kam, der im Vergleich zu anderen Krimis und Thrillern ziemlich lang und ausführlich war, wurde ich durch das außerordentlich ausgeklügelte Ende überrascht. Kurz dachte ich, ich wüßte, wer der Mörder ist, wurde dann aber mit der Geschichte wieder erfolgreich abgelenkt, bevor ich mir dazu nähere Gedanken machen konnte.

"Ich bin der Herr deiner Angst" besticht zudem mit einer für dieses Genre ungewöhnlichen Sprache, die man nicht als trivial bezeichnen kann. Obwohl Unterhaltungsliteratur, ist sie eher gehoben, was diesen Roman auch irgendwie besonders anders macht. 
Der Schlusssatz ist zudem noch das i-Tüpfelchen. Ist er ein Cliffhanger oder ein Faustschlag? Ich weiß es noch nicht! Zur Auflösung werde ich wohl jetzt gleich mit dem zweiten Teil "Öffne deine Seele" weitermachen müssen und kann damit glücklicherweise auch weiter SuB-Abbau betreiben.

Meine kleinen Kritikpunkte, die einen Stern "gekostet" haben begründe ich folgendermaßen:
Ein paar Mal zu viel Erwähnung Sokrates' "Ich weiß, dass ich nichts weiß.". Zudem hätte ich mir etwas weniger Affaire von Hannah gewünscht. Obwohl die beiden Ermittler gut abgebildet werden, konnte ich sie nicht so richtig greifen. Ich weiß noch nicht so recht, ob ich sie mag oder nicht. Das Treffen / Gespräch mit dem Bürgermeister am Ende, war mir ein bisschen zu ausschweifend. Es hätte nicht ganz so in dieser breiten Epik stattfinden müssen.

In den Nachfolgebänden sehe ich Potential nach oben, und freue mich sehr, die beiden Ermittler wieder zu treffen und sie zu begleiten.

Ich kann eine absolute Leseemfpehlung aussprechen, für alle, die nicht ganz so zart besaitet sind, vor brutalen Morden literarisch nicht zurückschrecken und einen langsamen Spannungsaufbau mit psychologischem Hintergrund mögen.


Hier noch eine kleine Zugabe des Argon Verlags:

 aus Argon Verlag







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