Buchvorstellung - Hotel Iris

#129 Rezension

Hotel Iris

Yoko Ogawa
Aufbau Verlag
Taschenbuch
ISBN: 9783746632216
Rezensionsexemplar  

2 von 5 Sternen



Der Erste, der diese Rezension liest und entscheidet, dass er das Buch haben möchte, dem schenke ich es! Einzige Bedingung ist, dass mir nach dem Lesen eine Kurzmeinung zum Buch mitgeteilt wird. Ich bin neugierig und möchte wissen, ob unsere Meinungen auseinander gehen!


copyright Aufbau Verlag


Buchbeschreibung:

Die dunkle Welt des Begehrens

Die junge Mari macht eines Tages die Bekanntschaft eines deutlich älteren, faszinierenden Mannes. Sie folgt ihm auf eine einsame Insel, wo er an der Übersetzung eines Romans arbeitet, dessen Heldin ein grausames Ende findet – genau wie seine eigene Frau Jahre zuvor. Mari verstrickt sich immer tiefer in eine dunkle Beziehung mit ihm, voller Schmerz, aber auch voller Lust. Doch dann droht die Situation zu eskalieren.

“Ogawa ist originell, elegant – und sehr beunruhigend.” Hilary Mantel

„Ogawa spielt mit der Kraft der Sprache.“ Publishers Weekly

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Dieses Buch habe ich bereits in 2016 gelesen, konnte aber bis jetzt keine richtigen Worte finden, um es zu beschreiben. Lange habe ich es nachwirken lassen müssen, um mich zu sammeln und es nochmals rekapitulieren zu können. 

Warum war das so?
Ich habe mich lange gefragt, warum mich das buch so erschüttert, ja sogar verstört hat und warum ich nicht wusste, wie ich es finden und bewerten sollte. Und mittlerweile haben sich einige Punkte herauskristallisiert, an denen ich mein Gefühl und meine Meinung zum Buch festsetzen kann:

  • Von der Autorin habe ich bereits ein Buch gelesen, das ich sehr toll fand. Das war "Das Geheimnis der Eulerschen Formel". Dieses Buch war wahrlich eine Kunst und ich habe es sehr gerne gelesen. Durch diese Geschichte hatte ich ein positives Gefühl für die Autorin und ihre Schreibweise.
  • Das Cover fand ich sehr schön. Ich habe es irgendwie als frisch und rein empfunden. Der Fluß darauf und das Mädchen im Vordergrund in zarter Morgendämmerung verströmten für mich Ruhe.
  • Der Klappentext ließ mich auf eine geheimnisvolle Liebesgeschichte mit Krimi-Elementen hoffen. 
  • Ebenso hatte ich einen Anspruch auf die Sprache des Romans, da er mit "Ogawa spielt mit der Kraft der Sprache" angepriesen wurde.
  • Ich habe KEINE einzige Rezension im Vorfeld gelesen, da ich es durch die oben genannten Punkte nicht für nötig hielt, mir weitere Meinungen zum Buch einholen zu müssen.

Dann startete ich voller Freunde mit dem Buch und war von Seite zu Seite immer entsetzter! Ich bin in eine Sado-Maso-Geschichte hereingerutscht, die ich nicht erwartet hatte. Zudem muss ich sagen, dass ich kein Fan von "Fifty shades of grey" und Ähnlichem bin und keines dieser Bücher gelesen habe. 

Vor mir breitete sich also eine "Liebes"-Geschichte aus, von einem 17-jährigen unbedarften Mädchen, das noch völlig unschuldig in Sachen Liebe war, mit einem älteren, verstörten, vielleicht auf eine Art und Weise geisteskranken Mann, der das Mädchen Mari und seine Unbedarftheit so dermaßen ausnutzt und in ihr diese kranke Liebe weckt, sich ihm voll hinzugeben und auszuliefern, dass es mich schon richtig schmerzte das zu lesen! Ja, es verstörte mich regelrecht! Ich fragte mich, wie kann man sich so etwas ausdenken?

Ich las weiter, da ich ja auch noch auf dieses angedeutete Geheimnis wartete, was mit der damaligen Frau des älteren Mannes passiert war. Ich erwartete eine Lösung für ihr verschwinden und die Parallelen zu Mari und ihrer Beziehung zu diesem Mann. Doch ich wartete vergebens. Es gab nichts Spannendes und nichts, das aufgelöst werden konnte.

Ebenso suchte ich vergeblich diese weit angepriesene Kraft der Sprache. Ich empfand sie eher als nüchtern, denn auf irgendeine Weise kraftvoll. 

Ich hielt inne und fing jetzt doch an Rezensionen zu dem Buch zu lesen. Dabei stieß ich auf folgenden Satz:
Unendlich sensibel dringt Yoko Ogawa in die Psyche Maris ein, legt zugleich ohne Tabus auch das gescheiterte Leben und die Angst eines alten Mannes mit so viel Geschick frei, dass auch an den freizügigsten Stellen nie Grenzen überschritten werden. --Barbara Wegmann  
Ich fragte mich, ob ich das gleiche Buch vorliegen hatte, denn ich empfand nichts sensibel an der Art und Weise, wie die Autorin diese Liebesgeschichte darstellte. Meine Grenzen waren jedenfalls deutlich überschritten.

Dies ist kein sehr dickes Buch. Schnell hat man es ausgelesen, vor allem, wenn man über die eklig beschreibenden Sado-Maso-Szenen fliegt. Ich las es zu Ende, da ich es zum einen als Rezensionsexemplar angefordert hatte und dann wollte ich nun doch wissen, wie Yoko Ogawa diese Geschichte beenden wird. Ich hatte keine Vorstellung von einem möglichen Ende. Ich bin sehr froh, dass ich bis zum Schluss durchgehalten hatte, da der Schluss das Beste ist, das dieser Roman hervorbringt. Die Autorin hat mich mit dem Ende überrascht! Das hat mir dermaßen gut gefallen, sodass ich insgesamt noch auf eine Wertung von 2 Sternen kommen konnte. 

Vielleicht habe ich dieses Buch missverstanden. Vielleicht kenne ich die japanische Gesellschaft zu wenig bis gar nicht, um diese Art von Literatur oder Gesellschaftskritik, wenn es denn eine ist, zu verstehen.

Ich finde, dass diese Art von Büchern deutlicher ausgewiesen werden sollten, damit so Leser wie ich nicht darauf "hereinfallen". 

Ich will nicht die Katze im Sack kaufen und mich auf Lese-Experimente einlassen, die ich ablehnen würde, wüsste ich, dass das eigentlich kein Buch für mich gewesen wäre. Und eigentlich kann es ja nicht sein, dass ich mich im Vorfeld intensiv über ein Buch informieren und zig Rezensionen dazu lesen muss, um nicht eine Geschichte zu erhaschen, die mich dermaßen abstößt wie diese. Wenn ich in eine Buchhandlung gehe, dann nehme ich das Buch in die Hand, lese den Klappentext und entscheide, ob es was für mich ist oder nicht. Bei diesem Buch hat das leider nicht ausgereicht. 

Wie ihr seht, ist das keine Rezension im üblichen Sinne. Dazu war ich nicht in der Lage. Ich hoffe, ich konnte euch nahe bringen, warum ich dieses Buch als Flop bezeichne und warum ich keinen Zugang zur Geschichte hatte.

Wie ist es mit euch? Hat IRGENDJEMAND dieses Buch auch gelesen und möchte sich mit mir darüber austauschen? Habt ihr auch schon einmal so eine Erfahrung gemacht? Wie seid ihr mit dem Buch und der Geschichte umgegangen? Über eure Kommentare und Meinungen freue ich mich sehr!
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Ich danke dem Aufbau Verlag für die Übersendung dieses Buches als Rezensionsexemplar. 





copyright monerlS




  

Kommentare

  1. Hey,
    eine interessante Rezension.
    Es ist ja auch oft so das man die Geschichten ganz anders interpretiert als andere Leser.
    Ich hab dieses Buch nicht gelesen und werde es auch nicht lesen.
    Allein von der Thematik her.
    Liebe Grüße
    Ela

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    1. Liebe Ela,

      da hast du Recht. Jeder hat auch zu jeder Zeit ein anderes Gefühl für bestimmte Themen und Geschichten. Ich bin gespannt, ob sich jemand findet, der das Buch lesen will oder es sogar schon kennt.

      Du bist ja jetzt bezügl. der Thematik vorgewarnt! hihi Das hätte ich mir auch gewünscht. ;-)

      LG, monerl

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  2. Mh, nun schockierst du mich etwas. Vor allem, da ich die Autorin letztes Jahr entdeckt habe und ihren Stil recht angenehm fand.
    Es handelt sich um das Buch "Das Museum der Stille". Zwar hab ich mich auch an ein zwei Dingen gestört, (manches wirkte zu konstruiert und zuuuuufääällig passiert - Nein, ich habe keine Kritik geschrieben) dennoch hab ich es gern gelesen und wollte mich an anderen Büchern von ihr probieren.

    Was ich da oben nun lese, würde ich bei dem Inhalt auch nicht erwarten oO
    Da das Buch nur knapp über 200 Seiten umfasst, würde ich es sogar lesen und mich mit dir darüber austauschen ;)

    LG Christin

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    1. Liebe Christin,

      darf ich das so verstehen, dass du dich an das Buch herantraust und ich es dir somit zuschicken darf? Wenn das so ist, dass schick mir doch bitte deine Adresse! :-)
      Ich habe in meinen RuB auch noch zwei Bücher der Autorin, auf die ich mich eigentlich gefreut habe, "Das Museum der Stille" und "Liebe am Papierrand". Jetzt traue ich mich nicht mehr so richtig ran.

      Freue mich auf Nachricht von dir und hoffe auf einen Austausch! :-D
      GlG, monerl

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    2. Du findest meine Adresse im Impressum - oder bist du zufällig auf der LBM? dann könnten wir auch dort uns treffen :)

      Ach doch, beim Museum der Stille kannst eigtl nix falsch machen. SO was wird dich dort auf jeden Fall nicht erwarten :P

      http://life4books.de/impressu/

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    3. Leider, leider klappt es mit der LBM nicht. Meine beiden Kids sind dafür noch zu klein. Ich hoffe ja auf Frankfurt dieses Jahr. Bist du dann auch da? Das wäre schön, wenn wir uns auch dort treffen könnten! :-)

      Ich schicke dir das Buch diese Woche zu und freue mich darauf, was du dann so zu erzählen hast.

      Wünsch dir einen schöne Woche,
      GlG vom monerl

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    4. Dieses Jahr fällt die Franfurter für mich aus. Dafür bin ich auf der Leipziger Version :)

      Danke dir! ich schrei, sobald es da ist :3

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    5. Kurze Nachfrage: hast du das Buch verschickt? bzw wann? Denn bisher kam hier nix an :(

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    6. Oh, GUT, dass du nachfragst! Ich war krank und dann hab ich´s vergessen. Wenn alles klappt, geht es dann heute raus, spätestens am Samstag. Ich wünsche dir schonmal FROHE OSTERN!

      GlG vom monerl

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  3. Huhu!

    Ob mich das Buch auch so schockieren würde, weiß ich nicht - aber es klingt nicht nach einem Buch, das mich wirklich interessieren würde. Von der Autorin habe ich habe ich hier noch "Der Herr der kleinen Vögel" liegen, dann bin ich ja mal gespannt, wie mir das gefallen wird!

    LG,
    Mikka

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    1. Hallo Mikka,
      nach deinem Buch muss ich mal suchen. Davon habe ich noch nichts gehört. Wenn du "mein" Buch auslässt, hast du aus meiner Sicht jedenfalls nichts verpasst! ;-)
      GlG vom monerl

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