AutorenINTERVIEW - Sam Feuerbach

#2 Autoreninterview

Autor Sam Feuerbach


Lieber Sam,

ich freue mich sehr, dass ich Dich in meine neue Rubrik "Autoren-Interviews" mit aufnehmen darf. Herzlich Willkommen in MonerlS bunte Welt!

Mein letztes Jahr war, zeitlich bedingt, sehr von Hörbüchern geprägt. Deine "Krosann-Saga" gibt es glücklicherweise auch als Hörbuch-Reihe, und das sogar ungekürzt! Das war ein riesen großes Glück für mich, da ich eigentlich nur ungekürzte Hörbücher höre. Du bist mir als Buchtipp von meiner geschätzten Gastrezensentin sursulapitschi empfohlen worden, da ich auch sehr gerne Bücher aus dem Genre Fantasy lese / höre. Und ich habe mit jedem einzelnen ausgehörten Band auf den nächsten hingefiebert. Wiederum hatte ich großes Glück, da die Saga in 2016 komplett, auch als Hörbuch, beendet und veröffentlicht wurde.


Was oder wer hat Dich zu dieser Saga inspiriert?

Sam:  
Am Anfang hatte ich lediglich die Idee mit der Sanduhr. Um die Vorgänge mit diesem Artefakt möglichst spannend und plausibel zu gestalten, musste ich mir noch eine Menge an Drumherum ausdenken. Personen, Länder, Städte, Religion, etc. Dann habe ich überlegt, wie ich den wohlbehüteten Karek aus seinem Schloss herausbekomme und ihm daher die nette Auftragsmörderin auf den Hals gehetzt.
 

War der erste Teil "Die Auftragsmörderin" Dein echtes Geschichten-Debüt oder hast Du in deiner Schublade noch andere Geschichten, die Du dich nur noch nicht getraut hast in die Freiheit zu entlassen?

Sam: 
Geschrieben habe ich schon immer gerne, doch lediglich Kurzgeschichten, niemals habe ich an ein ganzes Buch oder eine Saga gedacht. Somit war 'DieAuftragsmörderin' mein echtes Buch-Debut. Da ich es in diesem Band nicht geschafft hatte, die Geschichte bis zur Sanduhr voranzutreiben, musste eine Fortsetzung her. So entstand mein zweites Buch 'Der Schwertmeister'. Auch in diesem ließ die Sanduhr auf sich warten. Und im dritten Band 'Die Sanduhr' kommt tatsächlich eine Sanduhr vor.


Mit den ersten paar Minuten im Hörbuch hattest Du mich bereits gefangen. Wie lange hast du gebraucht, bis du mit dem ersten Satz zufrieden warst? Hast du ihn mehrfach überarbeitet oder ist er Dir genau so als Gedanke in die Feder / Tastatur geflossen?

Sam: 
Der erste Satz ist wichtig, ohne jede Frage, und es gibt eine Menge Tipps von erfahrenen Autoren zu diesem Thema. Auch Sol Stein widmet in seinem tollen Autoren-Ratgeber 'Über das Schreiben' dem ersten Satz ein eigenes Kapitel.

Mein Anfang der Krosann-Saga ist jedoch eher Rule-breaking denn Konvention. Es heißt beispielsweise: Fange nicht mit wörtlicher Rede an. Tja, und ich lasse einen dicken, verwöhnten Prinzen nervig losplärren. So habe ich es hingeschrieben und wider besseres Wissen bis zum Ende so belassen.

Ich gebe zu, ich bin ein riesen großer Karek- und Nika-Fan! Sie sind für mich ganz besondere Figuren, die im Laufe der Saga eine wunderbare Entwicklung machen. Welcher Protagonist oder auch Antagonist ist Dein großer Liebling?

Sam: 
Gewiss macht Karek die eindrucksvollste Entwicklung mit, dennoch mag ich die Auftragsmörderin noch ein wenig mehr. Es dauert immer nur wenige Sätze und ich sehe die Welt mit Nikas Augen. Ihre Perspektive liebe ich besonders, aufgrund ihrer extremen, ambivalenten Persönlichkeit – ein steter Wechsel zwischen gewissensloser Mörderin und feministischer Wohltäterin.

Auch den Antagonisten Fürst Schohtar schätze ich, da er in seiner Skrupellosigkeit gepaart mit außerordentlicher Intelligenz einen würdigen Gegner darstellt.



Wann hattest Du entschieden, dass Du nun auch selber Bücher schreiben möchtest? Gab es da ein einschneidendes Erlebnis?

Sam: 
Mein guter Freund Thariot hat mir den letzten Anstoß dazu gegeben. Vielleicht, weil ich ihm bei seinen ersten Büchern ein wenig geholfen und mich nicht komplett dämlich angestellt habe. Dazu kam, dass ich liebend gerne selbst Fantasy lese und mir meine eigene Geschichte erzählen wollte. Die Freude und pure Lust am Schreiben war die Motivation. Vor drei Jahren hätte ich mir im Traum nicht vorstellen können, hauptberuflich Autor zu werden.


Bisher kann man Deine Bücher leider nur über Amazon bekommen. Ist / war das eine bewusste Entscheidung, ein Indie-Autor zu sein / zu bleiben oder würdest Du gerne zur Verlagsautorenschaft wechseln? Es gibt ja einige erfolgreiche Indie-Autoren, die weiterhin so unabhängig bleiben wollen. Wie ist es bei Dir?

Sam: 
Amazon bietet eine geniale Plattform, um ohne hohe Kosten, ohne viel Aufwand und ohne Vorlauf als Indie-Autor loszulegen. Im Mai 2014 habe ich die Auftragsmörderin dorthin hochgeladen und mir nie Gedanken über einen Verlag gemacht.

Inzwischen habe ich gelernt, dass es Vor- und Nachteile gibt, zur Verlagsautorenschaft zu wechseln. Ich möchte im Grundsatz ein Indie-Autor bleiben, werde jedoch im April mit einem kleinen Verlag eine Luxus-Edition von der Auftragsmörderin in den Handel bringen.


Deine "Krosann-Saga" gibt es ja als Taschenbuch, eBook und Hörbuch. Das ist wirklich toll! Wie ist der Weg vom Buch zum Hörbuch? Kann man sich das einfach wünschen? Und wer hat den genialen Erzähler Robert Frank ausgewählt? Er passt -wie die Faust aufs Auge- zu dieser Saga. Ich konnte mich in seiner Stimme verlieren und mich ganz ins Hörbuch beamen lassen!

Sam: 
Im Grunde arbeitet Audible wie ein Verlag. Ihnen waren der Erfolg und die vielen begeisterten Rezensionen aufgefallen, daher hat Audible für die Hörbuchrechte bei mir angefragt. Das Mitspracherecht ist wie bei einem Verlag begrenzt, dafür übernimmt Audible alle Kosten und somit auch das Risiko. Audible bestimmt Preis, Cover und Sprecher. Über die Auswahl von Robert Frank habe ich mich riesig gefreut, denn auch ich finde seine Arbeit überragend.



Deine Saga hat mich absolut überzeugt! Ich hatte sehr viel Spaß mit der außergewöhnlichen Geschichte, den actionreichen Abenteuern und vor allem mit dem grandiosen Wortwitz, der Deine Bücher ausmacht. Sehr oft musste ich laut loslachen, weil die Dialoge zwischen den Protagonisten sehr humorvoll und gelungen waren. Bist Du von Haus aus auch ein humorvoller Mensch? Was bringt Dich zum Lachen, außer Krall mit seiner ganz eigenen Art?

Sam: 
Ich lache selbst viel und oft und nicht nur zu Karneval. Wortspiele finde ich einfach toll, je kürzer, desto besser. Selbst bei brutalen Szenen kann ich mir oftmals ein Augenzwinkern nicht verkneifen. Viele Dinge im Leben sind mit ein wenig wohlwollender Ironie gleich viel besser zu ertragen.


Aber auch im Genre -Thriller- fühlst Du dich zu Hause. Mit dem Autor Thariot hast Du die Reihe "Echtzeit" geschrieben. Wie kam es zu diesem Gemeinschaftsprojekt? Gibt es eine bestimmte Arbeitsteilung? Oder vielleicht eine Rechercheteilung oder etwa eine Kapitelteilung? Wie schreibt man gemeinsam an einem Buch? Ich habe diese Reihe noch nicht gelesen aber das werde ich dieses Jahr noch. Der erste Teil subbt digital auf meinem Reader.

Sam: 
Mit Thariot habe ich jetzt drei Bücher geschrieben und es klappt einfach super. Wir teilen uns die Kapitel tatsächlich wechselseitig ein. Jeder hat seine Protagonisten aus deren Perspektive er seine Kapitel schreibt, und das alternierend. Somit übernimmt jeder die Hälfte und unsere Schreibstile wechseln sich ab. Thariot ist ein Meister der Planung und des Plots, er gibt die meisten Elemente der Story vor. Mir bleibt genug Freiheit, um die Personen auszugestalten und das Ganze mit Humor zu versehen.


Für dieses Jahr im März hast du den ersten Teil Deiner neuen Saga angekündigt: "Totengräbersohn". Ich bin schon sehr gespannt darauf! Wie viele Teile werden es dieses Mal werden? Wird es wieder Hörbücher geben?

Sam: 
Geplant ist eine Trilogie, jedenfalls ist der Plot darauf ausgelegt, doch wenn ich an die Erfahrung mit der Sanduhr denke, will ich mich noch nicht definitiv festlegen. Buch 1 wird im März erscheinen.

Nach den positiven Erfahrungen mit Audible könnte ich mir gut vorstellen, dass es auch wieder Hörbücher gibt. Mal sehen.


Zum Abschluss möchte ich wissen, welches dein Lieblingsbuch ist und warum?!  Die meisten, vielleicht auch Du, haben mehrere Lieblingsbücher und können sich kaum entscheiden. Was ich absolut verstehen kann! Aber gibt es eines, das, evtl. auch nur zur Zeit, einen kleinen Ticken die Nase vorn vor allen anderen Lieblingsbüchern hat?

Sam: 
Ein kleines Büchlein von 1951 ist mein Lieblingsbuch: 'Der Fänger im Roggen' von J.D. Salinger. Die Perspektive des sechzehnjährigen Caulfield ist an Intensität und Authentizität kaum zu überbieten.

Im Fantasybereich liebe ich die Bücher von Robert Asprin und George R.R. Martin.




Lieber Sam,
herzlichen Dank, dass Du dir die Zeit genommen hast, mich in meiner bunten Welt zu besuchen und sie dadurch noch etwas bunter gemacht hast! Es war mir eine große Freude mich mit Dir auszutauschen. Ich bin sehr gespannt, mit welchen Büchern Du uns Leser weiterhin erfreuen wirst. Viel Erfolg für Deine neuen Projekte! Und viel Erfolg mit deiner Autoren-Selbständigkeit!

Alles Gute,

wünscht Dir das Monerl



Kommentare

  1. Hallo,
    Sehr interessantes Interview und vielen Dank für den Hörbuch Tipp ! Das wandert sofort auf meine wuli.
    LG Sonja

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    1. Hallo liebe Sonja,

      Ich freue mich, dass dir das Interview gefällt! Wenn du Fantasy mit Humor magst, wird dir die Reihe super gefallen. Mich hatte sie auf Anhieb für sich eingenommen! Viel Spaß dann beim Hören.

      GlG, monerl

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  2. Ich glaube, ich schaue mir eher die Thriller-Reihe mal näher an, das scheint mir meine Kragenweite zu sein.

    LG Gabi

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    1. Hallo Gabi,

      ja, mach das! Du bist ja die Krimi / Thriller - "Tante". hihi Die Echtzeit-Trilogie hat wahnsinnig viele 4 und 5 Sterne - Bewertungen. Ich hoffe, dass ich es schaffe, den ersten Teil dieses Jahr noch zu lesen. Wie schon im Interview erwähnt, weilt das Buch bereits ne Weile auf meinem Reader. Du könntest die Trilogie sogar in einem Rutsch durchlesen, da der letzte Teil Ende Oktober 2016 veröffentlicht wurde. Ich habe es total gerne, wenn ich Reihen auf einmal durchlesen kann.

      GlG, monerl

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