Buchvorstellung - Die Holunder Schwestern

#108 Rezension


Die Holunder Schwestern

Teresa Simon

Heyne Verlag
Broschur
ISBN: 9783453419230

5 von 5 Sternen


copyright Random House


Buchbeschreibung:

München 1918. Die junge Fanny – Franziska – sitzt im Zug nach München und will der Provinz entfliehen. Ihre sensible Zwillingsschwester Friederike musste sie zurücklassen. Als die reiche Witwe Dora mit ihren beiden Kindern zusteigt, ahnt Fanny noch nicht, dass ein tragisches Schicksal seinen Anfang nimmt. München 2015. Katharina erhält einen Brief aus London: In einem Archiv wurden Tagebücher ihrer Urgroßmutter Franziska gefunden. Katharina wird neugierig. Wie kommt es, dass die Aufzeichnungen ihrer Urgroßmutter, einer einfachen Köchin, in London verwahrt werden?
"Eine brillant erzählte Familiengeschichte. Sehr emotional, unterhaltsam und fesselnd bis zum Schluss, mit perfekt gezeichneten Charakteren die einfach „leben“."
histo-couch.de (27.06.2016)

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Und wieder einmal hat es die Autorin geschafft, mich mit ihrem Buch, der Geschichte und den darin vorkommenden Frauen, zu verzaubern und in den Bann zu ziehen. München 1918 - 1936 und München im Jahre 2015. Die Vergangenheit als auch die Gegenwart mit ihren starken und sympathischen Frauen, die beide Handlungsstränge tragen, sind wunderbar aufeinander abgestimmt.

Als Leser begleitet man Urenkelin Katharina, der glücklicherweise die Tagebücher ihrer Urgroßmutter Fanny in die Hände fallen und begibt sich mit ihr auf die Entdeckungsreise des familiären Geheimnisses. Dabei wird man in die Nachkriegszeit Deutschlands von 1918 katapultiert. Man ist hautnah dabei bei der Ausrufung der Weimarer Republik, der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler bis hin zu den Olympischen Spielen in Deutschland von 1936, als die Tagebuchaufzeichnungen von Fanny plötzlich enden. Auch der Einblick in das (familiäre) Leben des Künstlers Paul Klee und das der Bürgerlichen und Künstler zur Umbruchszeit von 1918/1919 fand ich sehr interessant und spannend in die Geschichte verwoben. Dem Familiengeheimnis auf der Spur, konnte ich das Buch kaum weglegen.

Neben dem historischen Handlungsstrang begleitet der Leser die Auswirkungen auf die Gegenwart. Dabei hofft und wünscht man für die liebenswerte Restauratorin Katharina, dass sie endlich die richtige Ebene mit ihrer Mutter findet, Antworten auf ihre Fragen erhält und dass auch endlich der passende Herzenspartner auftaucht, der ihr Leben abrundet.

Meine Erwartungen, nachdem ich "Die Frauen der Rosenvilla" gelesen habe, wurden absolut erfüllt. Der Autorin ist gelungen eine Geschichte zu spinnen, in der Historisches, Spannung als auch eine zarte Liebe(sgeschichte) einen interessanten Roman ausmachen, den ich innerhalb von zwei Tagen verschlungen habe! Ich verabschiedete mich sehr ungern von den zwei ungleichen Schwestern, wobei ich die eine immer noch sehr viel lieber habe als die andere. Welche das ist, müsst ihr selber herausfinden!

Und jetzt mache ich mich an die Grießnockerlsuppe, auf die ich sofort Hunger hatte, nachdem ich in Fannys Tagebuch von ihr las. Glücklicherweise hinterlässt uns die Autorin auch in diesem Buch wieder ein paar schmackhafte Rezepte zum Nachkochen. 
Herzlichen Dank dafür!

Allen, die die berührende Geschichte jetzt noch vor sich haben, wünsche ich, dass sie ebenso in das Buch eintauchen können, wie ich es konnte.





copyright monerlS


Kommentare

  1. Christina Amberg5. Oktober 2016 um 22:01

    Eine tolle Rezi zu einem tollen Buch.

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