Buchvorstellung - Zwei für immer

#104 Rezension


Zwei für immer

Andy Jones

RL Rütten & Loening
Broschur
ISBN: 9783352006647
Rezensionsexemplar

3,5 von 5 Sternen 



copyright Aufbau Verlag


Buchbeschreibung:
"Ich liebe dich, Ivy. Ich finde dich klug und witzig und schön … Doch bist du die Richtige? Oder bist du nur noch hier, weil du schwanger bist? Ich hoffe, dass alles gut ausgeht, aber die Wahrheit ist: Ich weiß es nicht."

Als er Ivy begegnet, ist Fisher wie vom Blitz getroffen, und bald ist er sich sicher, dass aus der Sache etwas werden könnte. Noch weiß keiner der beiden, dass die Entscheidung über ihre Zukunft längst gefallen ist: Ivy ist schwanger. Doch während das neue Leben in Ivy heranwächst, muss sich Fisher um seinen schwer erkrankten Freund El kümmern. Und Ivy und Fisher sind immer noch damit beschäftigt, sich kennenzulernen. Denn es ist eine Sache, sich zu verlieben – miteinander zu leben ist eine ganz andere Geschichte … 

“Ein wunderschön erzähltes, absolut bezauberndes Buch über das Sich-Verlieben und Lieben und die Kompromisse, die zur Liebe dazugehören.“ Daily Mail
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Auch wenn ich mich sehr selten zum Buchcover äußere, finde ich, dass dieses hier erwähnt werden soll. Es ist sehr harmonisch mit Blumen und sanften, gedeckten Farben gestaltet, was mir sehr gut gefällt! Die Blumen sowie der Titel sind aus dem Papier etwas hervorgehoben und beim Darüberstreichen kann man sie fühlen. Ich bin kein Cover-Käufer, doch dieses hier würde mich zum Kauf verleiten.

Ich lese nicht viele Liebesromane. Dieser hier ist jedoch von einem Mann geschrieben, was selten genug ist, und ursprünglich sollte es wohl ein Liebesroman für Männer werden, denn er ist aus der Sicht des Protagonisten geschrieben. All das zusammen hatte mich sehr neugierig gemacht.

Der Autor beschreibt die Liebe von Ivy und Fisher, die beide wie ein Blitz getroffen hat. Die schöne Ivy mit ihrem vernarbten Gesicht und Fisher, gerade mal zwei Wochen zusammen und plötzlich schwanger.

Im Verlauf der Geschichte verarbeitet Andy Jones einige Klischees, um die man wohl in Liebesgeschichten einfach nicht herumkommt; Schwangere Frauen scheinen im Allgemeinen ziemlich müde zu sein, lustlos sowie angriffslustig. Sie kümmern sich mehr um ihren "Bauchling" als um den Partner. Durch Fishers Augen erfährt der Leser, wie Männer dieses Verhalten so finden und dass sie scheinbar nicht gegen Frauen ankommen und es passiert was vorprogrammiert ist, es gibt Verwicklungen und ein "Aneinander-Vorbeireden", das wohl jeder kennt. Diese Situationen sind dennoch ziemlich humorvoll, da die meisten Leser sie so oder ähnlich kennen und darüber schmunzeln müssen. Ja, irgendwie hat jedes schwangere Paar fast das gleiche Päckchen zu tragen.

Dumm nur, dass Ivy und Fischer noch nicht lange ein Paar sind! Sie wissen eigentlich nichts von einander und leben ihre Beziehung quasi rückwärts. Anstatt eine gemeinsame Zeit ohne Kind genossen zu haben, sprich, ins Kino zu gehen, sich zu verabreden, auf Partys gegangen zu sein, den Partner in- und auswendig zu kennen und sich nun auf eine Zeit zu Dritt als Familie vorzubereiten, wissen beide nicht wie sie auf einander zugehen sollen, sitzen abends gemütlich auf der Couch und schauen Filme oder Ivy frönt ihrer Leseleidenschaft. Als wenn das alles nicht schlimm genug wäre, quartiert sich Ivys Bruder bei den beiden für unbestimmte Zeit ein, da seine Ehe kaputt gegangen ist und er nun aus seiner Wohnung ausgezogen ist. Wie soll Fisher nun mit diesem familiären "Eindringling" an seiner Beziehung arbeiten? Wird sie scheitern? Und wie kann Fischer dieses stechende Gefühl loswerden, das ihm immer wieder piksend sagt, dass Ivy diese Schwangerschaft von vorne herein geplant hat?!

Insgesamt eine schöne Geschichte, die in ihrem Verlauf  noch einige Überraschungen auf Lager hat, welche ich so nicht erwartet habe. Doch leider haben mich beide Protagonisten nicht überzeugen können. Immer wieder musste ich mir in Erinnerung rufen, dass Ivy und Fisher keine jungen Erwachsenen mit Anfang/Mitte Zwanzig sind, sondern die 30 schon überschritten haben. Ihr Verhalten, vor allem das von Ivy, erscheint mir unglaubwürdig kindisch und patzig. Auf die Dauer hat mich das beim Lesen genervt und gestört. Und Fischers nicht Manns genug sein und nicht aktiv auf Ivy eingehen zu können und Fragen direkt zu stellen, vermochte mich nicht für ihn einzunehmen.
So schlich sich beim Lesen mit der Zeit eine leichte Gereiztheit ein und ich wünschte mir, dass das Buch nun bald zu Ende wäre. Der Schluss wiederum ist gelungen und mit überraschendem Tiefgang, den man der Geschichte bis dahin nicht zugetraut hätte.

Obwohl auch sprachlich schön geschrieben, ohne Holpern und Stolpern, bleibt mir dieses Buch als durchschnittlich in Erinnerung. Es ist kein "kitschiger" Liebesroman aber einer, mit etwas zu vielen Ecken und Kanten.

Ich danke dem Aufbau Verlag für die Übersendung dieses Buches als Rezensionsexemplar.





copyright monerlS




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