Buchvorstellung - Die Geschichte der Baltimores - Kurzmeinung

#13 Blitzgedanke- Kurzmeinung


 

Die Geschichte der Baltimores

Joël Dicker


Gelesen von: Torben Kessler
mp3-CD

Spieldauer: 14 Stunden 20 Minuten
Format: mp3 CD
Version: Ungekürzte Ausgabe 
Verlag: HörbucHHamburg HHV GmbH 
Erscheinungsdatum: 13. Mai 2016
Sprache: Deutsch

5 von 5 Sternen 



copyright HörbucHHamburg-Verlag



Kurzbeschreibung:

Nach dem Erfolg von "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert" - Joël Dickers neuer Geniestreich!
Bis zum Tag der Katastrophe gab es zwei Goldman-Familien. Die Baltimore-Goldmans und die Montclair-Goldmans. Die ›Montclairs‹ sind eine typische Mittelstandsfamilie, kleines Haus im unschicken New Jersey, staatliche Schule für Marcus, den einzigen Sohn. Ganz anders die Goldmans aus Baltimore, man ist wohlhabend und erfolgreich. Als Kind ist Marcus hin- und hergerissen zwischen Bewunderung und Eifersucht auf ihr perfektes Leben. Doch seine Cousins Hillel und Woody sind seine besten Freunde, zu dritt schwärmen sie für das Nachbarsmädchen Alexandra – bis ihre heile Welt zerbricht. Acht Jahre danach beschließt Marcus, inzwischen berühmter Schriftsteller, die Geschichte der Baltimores aufzuschreiben. Aber die ›Wahrheit‹ über seine Familie scheint viele Gesichter zu haben.
Nach dem sensationellen Erfolg von Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert – der neue Bestseller des Ausnahmetalents.
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Blitzgedanken:

  • Genre: Belletristik
  • Handlung: Eine Geschichte über eine Familie, die durch kleine und große Fehler auseinanderdriftet. Aus den eigentlichen Goldmans, zwei Söhne der Großeltern von Marcus, dem Ich-Erzähler, werden die Baltimore-Goldmans - die Reichen - und die Montclair-Goldmans - die Mittelständischen. Die einen bedeutend, die anderen nichtssagend und mittendrin Marcus, ein Enkel, Sohn, Neffe, Cousin und Freund, der zu den Reichen gehören möchte und nicht versteht, was zur Spaltung der Familie Goldman geführt hat. 
  • Protagonisten: Neben Marcus, dem Ich-Erzähler, gibt es m.M.n. noch drei weitere Hauptfiguren: Hillel, Woody und Alexandra. Sie bilden die Baltimores-Gang. Die drei Freunde als auch Cousins und das Mädchen, in das alle verliebt sind. Am besten gefällt mir Hillel. Der sehr gescheite Junge, der irgendwie nicht in seine Zeit passt. Zu (alt)klug für sein Alter, zu schwach für einen Jungen, zu einsam in seinem Familienbund, zu unbeachtet von seiner großen Liebe. Er ist sehr schön ausgearbeitet, genug verschroben und sympathisch zu gleich, um ihn nicht zu mögen. Marcus, Woody und Alexandra sind auch sehr gut ausgearbeitete Figuren. Ich konnte sie mir sehr gut vorstellen. Keiner ist nur gut oder schlecht. Jeder Charakter hat seine Vor- wie auch Nachteile und trägt sehr viel zur Großartigkeit des Buches bei.
  • Spannung: Die Spannung zieht sich aus der Ankündigung einer Katastrophe, DER Katastrophe. Manch ein Leser denkt sich am Ende vielleicht, das wäre ja keine wirklich außergewöhnliche Katastrophe. Doch diese wird außergewöhnlich im Zusammenhang der Geschichte. Das schöne Leben der Baltimores steuert auf eine Tragödie zu, die sich zu Anfang der Familiengeschichte so nicht abzeichnet. Das Herzzerreißende ist ja, dass man ungläubig die Geschichte verfolgt und sich denkt, welch schlimme Verkettung! Wo genau entgleiste die Vergangenheit, um die eingetroffene Gegenwart, zum Zeitpunkt des Erzählens von Marcus, so düster werden zu lassen? Als Leser wird man gefüttert mit Sätzen wie: "Zwei Jahre vor der Katastrophe...", "Acht Jahre nach der Katastrophe...", die die Spannung aufrecht erhalten. Ein simples aber durchaus wirksames Werkzeug, um Spannung zu erzeugen.
  • Stichworte: Familiengeschichte; Familiendrama
  • Hörbuch: Ein Buch, das als Hörbuch sehr gut gelesen wurde. Durch die vielen Zeitsprünge kann es manchmal verwirrend wirken. Deshalb ist es wichtig, das Hörbuch ziemlich am Stück zu hören, damit einem die Jahre nicht aus dem Gedächtnis fallen, da es bei einem Hörbuch bekanntlich schwer wird mit dem Zurückblättern. Wer nicht ausreichend Hörzeit hat, dem empfehle ich dann eher das Buch.
  • Ende: Ziemlich zum Schluss wird die ganze Katastrophe ausgebreitet. Der Hörer / Leser weiß etwas mehr als der Ich-Erzähler. Doch ganz am Ende gibt es auch noch Überraschungen für den Hörer / Leser, die die ganze Geschichte abrunden und mich zufrieden zurücklassen.
  • Fazit: Ich habe dieses Buch sehr gerne gehört. Meine Erwartung an den Autor hat sich erfüllt und ich bin sehr froh darüber. Ich lese sehr gerne lange und breit erzählte Familiendramen mit großen oder auch kleinen Geheimnissen. Wer was außergewöhnlich Spektakuläres sucht, wird dann von diesem Buch eher enttäuscht sein. 





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