Buchvorstellung - Die Beschenkte

#73 Rezension

Die Beschenkte

Kristin Kashore
Carlsen Verlag
Gebunden
ISBN: 9783551582102

3 von 5 Sternen
copyright Carlsen Verlag


Sieben Königreiche, jeweils regiert von einem König.

Wie auch in unserer Welt, gibt es bessere und schlechtere Herrscher. Doch König Randa hat eine ganz besondere Waffe, sein Beschenkte Nichte Lady Katsa. 
Katsa hat wie jeder Beschenkte zwei verschiedene Augen(farben), an denen jeder Beschenkte sofort erkannt wird. Die beschenkten Gaben sind unterschiedlich; Katsa ihre ist das Töten. Für seinen Machterhalt missbraucht König Randa Katsa, die Schuldige sowie Unschuldige für ihn in Schach halten soll. 

Bo, ein Beschenkter Prinz aus einem anderen Königreich, öffnet Katsa die Augen. Sie widersetzt sich ihrem König und macht sich mit Bo auf die Reise, um herauszufinden, wer seinen Großvater entführt hat, vor allem auch warum. 

Die Auflösung dieses Rätsels hat mir sehr gut gefallen! Interessante Ideen und Wendungen machten das letzte Drittel des Buches sehr spannend und angenehm zu lesen. 

Auch wenn ich das Ende als etwas zu plötzlich empfand, war ich doch erleichtert, dass diese Geschichte ziemlich abgeschlossen ist und den Leser nicht mit einem Cliffhänger abspeist. Leider musste ich mich bis dahin aber durch die ersten beiden Drittel im Buch etwas quälen. Über viele Seiten hinweg lernt man die Charaktere kennen, begleitet sie beim Kennenlernen, Erforschen ihrer Gaben, Beschreiben ihrer Gaben... 
Die gemeinsame Reise Bos und Katsas füllt viele Seiten ohne Vorwärtsbringen der Geschichte. Kampfübungen, Gespräche, Wald, Wiese und Berg begleiteten mich stundenlang, ohne dass was passierte. Dies schmälerte dann auch den Lesegenuss. 

Die Entwicklung der Hauptprotagonistin jedoch hat mir gut gefallen. Sie ist nicht starr sondern erfährt Höhen und Tiefen, die sie reifen und schlussendlich menschlich werden lassen. Aus einem anfänglichen roboterähnlichen Werkzeug ist ein menschliches Wesen mit Gefühlen geworden.
Die Autorin schafft es durch eine angenehm zu lesende Sprache die Geschichte entstehen zu lassen, sowie sie auch bildlich zu formen. Ich hatte zu jeder Zeit eine Vorstellung der Königreiche. Insgesamt finde ich, dass es eine schöne Fantasy-Geschichte war, mit besonderen Ideen, die aber nicht ganz ausgereift umgesetzt wurden. 

Ein Jugendbuch, mit einer zarten Liebesgeschichte, die sich nicht allzu sehr in den Vordergrund gedrängt hat. Leider wurde m.M.n. nicht das ganze Potential ausgeschöpft, weshalb ich dem Buch "nur" 3 solide Sterne vergebe. Dennoch werde ich die Trilogie gerne beenden und Teil 2 und 3 auch noch lesen.

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