Buchvorstellung - Saeculum


#68 Rezension

Saeculum

Ursula Poznanski
Loewe Verlag
Broschiert
ISBN: 9783785570289

2,5 von 5 Sternen

copyright Loewe Verlag


Ein Thriller muss nicht blutig sein, und auf seinem Weg zum Ende müssen auch nicht Millionen von Leichen den Weg pflastern, doch zumindest muss er spannend sein; bestenfalls von Anfang bis zum Ende. Doch in diesem Buch habe ich sogar diese vermisst.

Gekonnt wird der Leser in die Mittelaltermärkte eingeführt und in die Szene der Rollenspieler, die sich durch Verkleiden optisch in die jeweilige damalige Zeit versetzen und sogar nach Möglichkeit, sich der alten Sprache und Ausdrucksweise bedienen.

Wie kommt ein bodenständiger, nüchterner, reicher Medizinstudent in diese Kreise? Kann sich so jemand dahin verlaufen? Natürlich ist da ein weibliches Wesen im Spiel, dem er imponieren möchte und so versucht er, ihre Leidenschaft zu verstehen und begleitet sie sogar auf eine besondere Convention an einen geheimen Ort, der quasi fast bei Ankunft erst verraten wird.

Knapp eine Woche werden die Teilnehmer "in die Vergangenheit" reisen, sich vom 21. Jhdt. komplett verabschieden und sich ganz ins Rollenspiel vertiefen.

Doch dann verschwinden plötzlich Mitspieler und keiner weiß warum und wohin... Klingt spannend! 

Doch leider ist der Autorin die Umsetzung der spannenden Idee nicht richtig gelungen. Es gab nur vereinzelnde Momente, die mich zu fesseln vermochten. Ich wurde nicht von den Geschehnissen der Geschichte zum Ende getrieben sondern von dem Wunsch, endlich erlöst zu werden.

Die Charaktere überzeugten mich nicht. Für mich gab es keine Sympathieträger oder mindestens richtige Hassobjekte. Sie alle waren einfach da, waren Teil einer Geschichte, in die ich nicht hineinfinden konnte. Die überzogene Darstellung eines Fluches, der die meisten Mitglieder der Gruppe zu verschreckten Hasen machte, die psychisch durchdrehten und zu bestialischen Taten bereit waren, rief bei mir leider nur ein Gähnen hervor. Ich kann nicht mal sagen, ob es an der sprachlichen Ausarbeitung lag oder woran genau, dass dem Buch der Esprit fehlt.

Das Ende kam sehr plötzlich und ich empfand es tatsächlich als lachhaft und so dermaßen an den Haaren herbeigezogen, dass es mich nicht versöhnlich stimmen konnte. Mit einem fulminanten Abgang, einem richtigen Show-Down, hätte ich die fehlende Spannung verzeihen können, so aber war das Buch insgesamt eine große Enttäuschung.

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