Buchvorstellung - Das Verstummen der Krähe


#56 Rezension

Das Verstummen der Krähe

Sabine Kornbichler
Piper Taschenbuch Verlag
Broschur
ISBN: 9783492302036

4 von 5 Sternen
Kurzbeschreibung:
Kristina Mahlos Auftrag als Nachlassverwalterin hat es in sich. Eine Verstorbene vererbt ihr beträchtliches Vermögen ihren fünf besten Freunden, jedoch unter der Bedingung, dass es gelingt, den Mord aufzuklären, für den ihr Mann einst verurteilt worden war. Kris will den Fall ablehnen, doch dann entdeckt sie in der Wohnung der Toten einen Hinweis auf ihren eigenen Bruder Ben, der vor Jahren spurlos verschwand …

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Dieser Krimi von Sabine Kornbichler war ganz nach meinem Geschmack! Obwohl er in München spielt, würde ich ihn nicht in das Genre der Regionalkrimis stecken, denn der Ort spielt keine wirkliche Rolle.

Ich äußere mich eigentlich nie über die Gestaltung eines Covers, da ich keine Bücher nach ihrem Aussehen bewerte oder danach entscheide, ob ich sie deshalb kaufe oder nicht. Aber hier muss ich sagen, ist das Cover sehr gelungen und absolut ansprechend. Und ich liebe diese Krähe, auf dem Cover als auch in der Geschichte! :-)

Der Autorin ist ein schöner, interessanter und spanneder Krimi gelungen. Die kurze Einführung ist ein Spot auf den Mörder und seine Tat. Aber mehr wird nicht verraten.
Im Laufe der Geschichte kommt einiges ans Licht und erst kurz vor Ende fügen sich die Puzzelteilchen. Der Leser kann jederzeit mitraten aber es wird ihm nie genug verraten, sodass es Spass macht, bis zum Schluss durchzuhalten. Für meinen Geschmack ist das Ende auch sehr gut gelungen. Es kommt nicht zu plötzlich und auch nicht überraschend. Alles fügt sich langsam und stimmig.

Leider bin ich mit der Hauptprotagonistin Kristina nicht so richtig warm geworden. Obwohl sie in der ich-Form erzählt, hatte ich immer das Gefühl des Abstandes zu ihr. Sie blieb für mich recht blaß. Dagegen sind alle anderen "Nebenfiguren" sehr gut gelungen! Dass Kristinas Eltern sich über Zettelchen am Briefkasten unterhalten, hat einen besonderen Charm. Dass die Krähe Alfred ein wichtiger Teil in Kristinas Leben geworden ist, war mir immer sympathisch zu lesen. Viele solcher netter Begebenheiten füllen die Geschichte und bilden einen schönen Rahmen. Und dass die Hauptfigur keine typische Ermittlerin oder Detektivin ist, sondern Nachlassverwalterin, hebt diesen Kriminalroman von anderen etwas ab.

Fazit: Rundherum ein gelungener Krimi, der nicht Gefahr läuft, in den Bereich Thriller abzudriften. Ein Krimi, der durch einen schönen Plot, gelungene Charaktere und einen guten Abschluss Spass gemacht hat. Einen Punkt Abzug gibt es für die Hauptfigur, die mich zwar überzeugt, mich aber nicht für sich einnehmen konnte. Der letzte Funke hat leider gefehlt.


Aber alles in allem eine absolute Leseempfehlung!


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