Buchvorstellung - Ihr werdet mich nicht besiegen

#41 Rezension

Ihr werdet mich nicht besiegen
Marina Nemat
Knaur Verlag

Taschenbuch

ISBN: 9783426784440

5 von 5 Sternen




copyright Droemer Knaur



Kurzbeschreibung Amazon:
Mit 16 wird Marina Nemat im Iran zum Tode verurteilt, weil die junge Christin sich an Protesten gegen das Regime beteiligt hatte. Zwei Jahre verbringt sie im berüchtigten Evin-Gefängnis, wird gefoltert und steht kurz vor der Hinrichtung. Ein Gefängniswärter verspricht ihr die Freiheit, aber er verlangt dafür, dass sie zum Islam konvertiert und ihn heiratet. Sie geht die Zwangsehe ein und rettet so ihr Leben. Kurz nach ihrer Freilassung wird ihr Ehemann ermordet, und Marina Nemat flieht gemeinsam mit ihrer Jugendliebe Andre nach Kanada. Doch schnell erkennt sie, dass es ein Leben in Freiheit für sie erst dann geben kann, wenn es ihr gelungen ist, die Dämonen der Vergangenheit zu besiegen.

___________________________________________________________________________

Meine Meinung:
Durch Zufall entdeckte ich in der Leseprobe, dass dies ein weiteres, eigenständiges Buch von Marina Nemat ist. Ich war neugierig geworden, was sie noch zu sagen hat, und habe mir das Buch heruntergeladen. 

Eigentlich geht es hier um die letzten beiden Sätze aus der Beschreibung:

Zitat: "Doch schnell erkennt sie, dass es ein Leben in Freiheit für sie erst dann geben kann, wenn es ihr gelungen ist, die Dämonen der Vergangenheit zu besiegen.
Hier beschreibt die Autorin, was sie dazu gebracht hat, ihr erstes Buch "Ich bitte nicht um mein Leben", zu schreiben. Weiterhin berichtet sie über die Zeit danach, wie es ihr nach der Veröffentlichung ergangen ist, was sie alles an Positivem und Negativem erleben durfte / musste. 

Der Leser erfährt hier mehr über das Leben in Kanada, was sie lernen musste und wie sie und ihre Familie versucht haben, sich in der großen, freien westlichen Welt zurechtzufinden.
Das Bedeutendste an diesem Buch war für mich die Information, wie und welche damaligen mitinhaftierten Mädchen überlebt hatten. 

Darin eingewebt wird ihre Geschichte, die sie in "Ich bitte nicht um mein Leben" detailliert erzählt hat, immer wieder erwähnt. In 23 Kapiteln werden die Geschichten von einzelnen "Dingen" erzählt, die die Autorin damit aus ihrer Vergangenheit verbindet. Natürlich wird hier aber ihr Erlebtes aus der zweijährigen Haft nur angerissen und erhält nicht die Tiefe aus "Ich bitte nicht um mein Leben".

Originaltitel: "After Tehran: A Life Reclaimed"

Fazit:
Es war ganz interessant aber kein Lese-Muss. Da ich ihr erstes Buch, "Ich bitte nicht um mein Leben", nicht nur gelesen sondern verschlungen hatte, gab es für mich eigentlich nichts wirklich Neues mehr. Die Wiederholungen aus dem vorherigen Buch haben mich zunehmend genervt und gestört. Für den Leser, der das Erstlingswerk nicht kennt, sind die Geschichten aus der Vergangenheit zu oberflächlich. Für den, der es kennt, überflüssig. Alles in allem vermittelte mir dieses Buch ein bisschen das Gefühl, dass es hier mehr ums Geld ging, als um die Verarbeitung der Vergangenheit. 
Wer sich für die Geschichte von Marina Nemat interessiert, dem empfehle ich "Ich bitte nicht um mein Leben".

Daher nur  3,5 Sterne.

Kommentare