Buchvorstellung - Die Nacht des Zorns

#45 Rezension

Die Nacht des Zorns

Gelesen von: Volker Lechtenbrink
Fred Vargas

copyright Lübbe Audio


  • Spieldauer:
  • Format: Audio-CD
  • Version:
  • Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Audio)
  • Erscheinungsdatum: 16. März 2012
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3785747001

4 von 5 Sternen


Zum Buch:
Eine spannende Geschichte tut sich auf!
Kommissar Adamsberg wird ungewollt in einen seltsamen Fall hineingezogen, der ursprünglich nicht in seinen Bereich und Wirkungskreis fällt. Eine jahrhunderte alte Legende wird zur Wirklichkeit. Ein Dorf in der Normandie, das an diese Legende glaubt, befindet sich in Angst, da Lina, eine Dorfbewohnerin eine Eingebung hatte und dabei sah, dass vier Menschen aus dem Dorfe sterben werden - drei benannte sie namentlich, der vierte ist unbekannt. Und tatsächlich, der erste Tote ist einer der vier zum Tode geweihten. Die Ortspolizei glaubt noch an Selbstmord, doch Adamsberg wird langsam klar, dass dies nicht sein kann. Jemand versucht unter dem Deckmantel der Legende, die Morde zu verüben.
Geschickt verwob die Autorin die Geschichte, die der Kommissar erfolgreich wieder entwebt. Durch schlaues Kombinieren und Hilfe von guten Mitarbeitern, gelingt es ihm, das Geheimnis der Legende zu lösen. Doch einfach war es nicht. Der Leser weiß nie mehr als der Kommissar und kann getrost miträtseln. Gut portioniert gibt es auch falsche Spuren, die ein richtig schön überraschendes Ende ergeben! Es war ehrlich ein Genuss, die Auflösung zu hören.
Es gibt gute wie schlechte Charaktere, die natürlich zu einem Krimi so dazugehören. Sie sind fein ausgearbeitet und werden dadurch plastisch vorstellbar. Ich hatte von jeder Figur eine eigene Vorstellung und konnte der Geschichte in Gedanken sehr gut folgen.
Der Leser erfährt ein bisschen über Kommissar Adamsberg und lernt in einem zweiten Handlungsstrang seinen Sohn kennen. Dieser ist mit einem "entflohenen" Häftling unterwegs, der zu einem zweiten aktuellen Mordfall Adamsbergs gehört.
Beide Handlungsstränge sind autark, zwei eigenständige Morde, haben aber eine kleine Verbindung, die schön von der Autorin verknüpft wurden. Durch Beziehung aus Fall 2, gelingt es auch Fall 1 zu lösen.
Eine Herausforderung jedoch sind die recht "schweren" französischen Namen, die (für mich) nicht immer einen richtigen Wiedererkennungswert hatten. Manchmal musste ich überlegen, wer denn jetzt wer ist - ein Bulle aus Paris oder ein Polizist aus dem Dorfe. Ich hätte mir etwas mehr einprägsamere Namen gewünscht. Da ich die Geschichte als Hörbuch gehört habe, konnte ich nicht zurückblättern und kurz nachschauen, wohin welche Person einzuordnen ist. Ein Personenverzeichnis in Hörbüchern fände ich deshalb immer sehr gut.

Zum Hörbuch:
Zwischen den Kapiteln ist eine wunderschöne, französische Musik, die jedes neue Kapitel einleitet. Sie ist hervorragend ausgewählt worden, passt prima zur Geschichte, zur Atmosphäre und zu Frankreich.
Der Sprecher hat eine klasse Betonung und eine sehr angenehme Art vorzulesen. Es hat großen Spass gemacht, ihm zuzuhören.

Fazit:
Eine schöne Geschichte, zwei interessante Mordfälle, ein sympathischer Kommissar und ein gelungenes Ende! Absolut hör- und lesenswert!

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