Buchvorstellung - Laugenweckle zum Frühstück

#17 Rezension

Laugenweckle zum Früchstück

Elisabeth Kabatek
Knaur TB Verlag
Taschenbuch
ISBN: 9783426512845

3,5 von 5 Sternen

Line, eigentlich Pipeline Praetorius (31), lebt im schönen, schwäbischen Stuttgart und hat das Katastrophen-Gen. Fast alles, das sie anfasst, geht kaputt oder explodiert, nach fast jeder Pizza aus dem Ofen muss die Feuerwehr gerufen werden, sie kann nicht kochen, nicht singen unvm. nicht. Line ist arbeitslos und single und das Pech scheint sie zu verfolgen.

Als Schwäbin war ich sehr gespannt auf dieses Buch. Die Gespräche und Dialoge im Dialekt sind grandios. Sie sind überwiegend lustig und tatsächlich typisch schwäbisch. Der klischeehafte schwäbische Alltag und das Verhalten der Menschen (z.B. die große Kehrwoche) sind sehr schön in die Geschichte eingearbeitet. Bis ungefähr zur Hälfte des Buches fand ich mich auch relativ gut und leicht unterhalten, durch Line ihre Schusseligkeit, den Versuch eine neue Arbeit zu finden und dann auch noch durch den Versuch ihr Single-Leben zu beenden. Sie hatte die Wahl zwischen Leon, den neuen Nachbarn, das Nordlicht, und dem Fotografen Eric M. Hollister, mit dem amerikanischen Dialekt. Doch irgendwann fing mich die Geschichte an zu langweilen. Line kriegt einfach nichts auf die Reihe. Sie macht so absolut gar keine Fortschritte und legte ein übertriebenes Gehabe, mit den potentiellen neuen Freunden, an den Tag. Diese Übertreibung nervte mich zunehmend, sodass ich einige Stellen dann sogar quergelesen habe, um voranzukommen. Sehr schade, da die anderen Charaktere (Leon, Nachbar Tellerle, Nachbarin Müller-Thurgau, beste Freundin Lila, der Vater, der Fotograf Hollister) eigentlich sehr schön ausgearbeitet wurden. Diese konnte ich mir tatsächlich bildlich vorstellen.
Am Ende war ich sogar froh, dass die Geschichte einen fast zu abrupten Schluss hatte.

Fazit:
Insgesamt findet man hier eine nette und kurzweilige Unterhaltung. Das Buch ist recht flüssig zu lesen und wird nur dann für Nicht-Schwaben ein kleines bisschen kompliziert, sobald "geschwäbelt" wird.
Und für alle, die noch ein paar Rezepte benötigen, gibt es als Bonus noch "Lines Sudelnuppe für Singles", "Chili con carne sin carne" und den im Buch berühmten "Dande Dorles Käsekuchen".
Und wer mal sehen möchte, wo Line wohnt und wo sie so in Stuttgart herumkommt, der nehme sich einen Stadtplan und markiere die Straßen, Bars, Kinos... Die gibt´s nämlich tatsächlich alle.

Trotz allem vergebe ich 3,5 Sterne. Der halbe ist für die tollen schwäbischen Dialoge und die Rezepte.

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